Bei jedem neuen Website-Projekt stellt sich mir und vielen Anderen oft die Frage: Sollte das Impressum und die Datenschutzerklärung auf noindex gestellt werden, um sie so vor Google „verstecken“ zu können? Hier erfährst du meine Einschätzung, wann es sich lohnt das Impressum nicht indexieren zu lassen und wann man es doch lieber indexieren lassen sollte.
Denn die kurze Antwort ist: es kommt darauf an.

Die Gründe das Impressum indexieren zu lassen

Zugegebenermaßen wird vermutlich fast keiner deiner Websitebesucher prüfen, ob das Impressum und die Datenschutzerklärung auf noindex gesetzt sind. Aber selbst wenn es deinen Nutzern nicht auffällt, wird es Google auf jeden Fall auffallen und evtl. entsprechend bewerten. Wer sein Impressum aus den Suchergebnissen raushalten will, erweckt den Eindruck etwas verbergen zu wollen oder die Seriosität könnte darunter leiden.
Deshalb würde ich bei Websites von mittelständischen und großen Unternehmen oder Online-Shops pauschal die Seiten nie auf noindex stellen.

Was gibt es besseres als das Impressum, um den Sitz deines Unternehmens auszumachen? Hier stehen deine Kontakt- und Adressdaten schön leserlich und formatiert parat, um den Standort von dir oder deinem Unternehmen auszumachen. Somit könnte das indexierte Impressum also auch eine Rolle für local SEO spielen.

Das Impressum und die Datenschutzerklärung sind häufig die Seiten mit den fast am meisten internen Verlinkungen, weil es hier rechtliche Vorschriften gibt und sie dementsprechend auf fast jeder Seite im Footer verlinkt werden. Dies bedeutet, dass auch viel Link Juice zu diesen Seiten fließt und daher als wichtige Seiten eingestuft werden könnten. John Müller, Google Webmaster Trends Analyst, hat aber bestätigt, dass Google erkennen kann, dass es sich bei den Seiten um das Impressum oder Datenschutzerklärung handelt. Somit können wir davon ausgehen, dass diese Seiten auch entsprechend behandelt und bewertet werden, obwohl so viel Link Juice zu ihnen fließt.

Impressum nicht indexieren lassen? – Das könnte für noindex sprechen

Das Argument, dass auf diesen Seiten die Kontaktdaten stehen und deshalb wichtig wären wenn jemand nach Kontaktdaten sucht, halte ich für nicht sehr tragbar. Mittlerweile ist es fast inoffizieller Standard, dass jede Website eine eigene Kontakt-Seite hat, wo die Kontaktdaten zu finden wären. Selbst falls nicht, stehen diese dann meistens im Footer oder in der Top Bar. Wer also in den Suchmaschinen nach Kontaktdaten sucht, sollte lieber auf der Kontaktseite oder einer anderen Seite als dem Impressum landen.
Ein weiteres, wenn auch nicht all zu bombenfestes, Argument das Impressum auf noindex zu setzen ist, um die Website vor Abmahnungen, Spam und Adresshändler zu schützen. Auf der Suche nach potentiellen Opfern wird dabei oft das Internet und die Suchmaschinen automatisiert durchforstet. Dies wäre natürlich kein wirklicher Schutz, weil man trotzdem gefunden werden könnte, aber man präsentiert sich dadurch immerhin nicht direkt auf dem Silbertablett.

Oft hört man auch das Argument „im Impressum und Datenschutzerklärung steht nur unwichtiger Content der dem Nutzer keinen Mehrwert bietet“. Diese Aussage stimmt auch teilweise, aber kommt sehr stark auf den Einzelfall an. 
Hierfür spricht auch, dass auf diesen Seiten oft der gleiche Inhalt steht, weil entweder die Inhalte von anderen Website kopiert wurden oder entsprechende Generatoren benutzt wurden. Gerade Letzteres findet man sehr häufig vor. Dies bedeutet also, dass hier oft Duplicate Content entsteht.

Der Grund an den vermutlich die meisten denken, wenn es um die Frage geht „soll ich das Impressum auf noindex stellen?“, ist, dass die Website nicht in den Suchergebnissen auftaucht wenn man nach ihrem Namen googelt. Dies kann durchaus in den folgenden Fällen zutreffen:

  • Bei Affiliate-Seiten
  • Bei Websites in bestimmen Nischen wie z.B. Erotik, Porn, Spam, Glücksspiel, etc.
  • Bei privaten Blognetzwerken (PBNs)
  • Bei privaten Websites bzw. Hobby-Blogs

In diesen Fällen möchte man evtl. nicht, dass sofort die Website in den Suchergebnissen auftaucht wenn man nach dem Namen des Betreibers googelt. 
Diese Methode hilft aber trotzdem nicht wirklich den Betreiber einer Website zu verschleiern, sondern hierfür sind andere bürokratische Maßnahmen nötig.

Noindex ist ok – aber niemals nofollow

Zuerst sei gesagt: man sollte generell niemals intern mit nofollow verlinken.
Wenn man den Link Juice und die Wertigkeit des Impressums und Datenschutzerklärung senken möchte, sollte man also eher versuchen den Link Juice anders/besser zu verteilen und die Häufigkeit der internen Verlinkungen auf diese Seite zu reduzieren. Allerdings sollte man hierbei die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erreichbarkeit dieser „speziellen“ Seiten beachten.

Es ist im Webdesign mittlerweile ein inoffizieller Standard, dass man diese Seiten nicht oben in der Hauptnavigationsleiste platziert, sondern eher nur unten im Footer. Damit wird auch die Wertigkeit der Seiten herabgestuft, weil die Verlinkungen im Footer „weniger Wert sind“, als oben in der Hauptnavigation.

Wenn das Impressum vor der eigentliche Zielseite rankt

Wie bereits oben erwähnt, sollte, wenn das Impressum vor der Zielseite rankt, eher der Link Juice und interne Verlinkung korrigiert werden, anstatt nofollow zu benutzen. Es sollte dann also das Impressum weniger häufig verlinkt werden und die Zielseite dafür häufiger.

Eine Seite die auf noindex gestellt ist, sollte dann niemals durch die robots.txt gesperrt werden, weil der Googlebot sonst die noindex-Einstellung nicht lesen kann.

Fazit

Wie du also siehst, gibt es eine Reihe von Gründe für und gegen die Indexierung des Impressums und Datenschutzerklärung. Hier müssen also immer im Einzelfall die Argumente abgewogen und entschieden werden. 
Pauschal würde ich jedoch bei seriösen Unternehmen die Seiten immer indexieren lassen und sofern man eine gute OnPage-Optimierung hat, sollte es hier auch keine Probleme zwecks Link Juice geben.
Wenn man sich nach diesem Ratgeber immer noch nicht sicher ist, würde ich die Seiten im Zweifelsfall indexieren lassen.